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Hallwilerseelauf 2026, Mein erster Halbmarathon: 1:44 h trotz chaotischer Vorbereitung

Erfahrungsbericht zu meinem ersten offiziellen Halbmarathon

· 5 Min. Lesezeit

Ohne KI
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Irgendwann hat das Adrenalin so hart gekickt, dass ich keine Ermüdung mehr wahrgenommen habe, was dazu führte, dass ich auf den letzten 500m noch einen "Sprint" hingelegt habe. Ernstes Gesicht und Beine in die Hände.

Dann war es endlich so weit, 1h44min und ich war im Ziel, was für ein geiles Gefühl, speziell nach der ganzen "Vorbereitung".

Warum aber Halbmarathon?

Ich habe seit einigen Jahren an keinem sportlichen Wettkampf teilgenommen, speziell nicht ausserhalb von Kampfsport. Seit ich Vater geworden bin - was nun auch schon länger her ist - habe ich versucht, so viel Sport dort reinzuquetschen, wo es geht.
Das heisst, ich habe angefangen, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu gehen, was mir dann aber irgendwann zu langweilig wurde. Der nächste logische Schritt war es, nach Hause zu rennen; 5km bergauf mit Rucksack... juhuu, hört sich nach einer guten Challenge an.

Naja, nach 1 Jahr und ziemlich vielen Runs mit Rucksack hatte ich eines Abends zu viel "Energie" und wollte einen kurzen Lauf machen, um meinen Kopf zu lüften. Der Lauf endete darin, dass ich über die Lägere in Wettingen gerannt bin und schlussendlich nach 20km und ein paar Stunden später wieder zu Hause angekommen bin. So ganz ohne körperliche Folgen.

Da ich so oder so schon länger mit einem Marathon liebäugle, hat mich dieser Abend darin bestärkt, ein offizielles Race anzugehen und mal zu schauen, wo ich stehe, wenn ich mich darauf vorbereite...

Die Vorbereitung

Jaaa, die Vorbereitung... die sah in meinem Kopf so aus: weiterhin 2-3 Runs in der Woche von der Arbeit nach Hause, somit also zwischen 5 und 8km, je nach Strecke. 1 Long Run à 13km pro Woche und hier und da mal Intervalle.

Effektive Vorbereitung? Nada, niente, keine, nicht existent. Ich war im Monat davor zweimal krank und musste mir mehr Pausen gönnen als gewohnt, habe somit auf Fahrrad und Joggen verzichtet. War wohl nicht so schlau, auch noch für einen Hyrox zu trainieren... naja, anderes Thema.

Ich hab mich also während 1 Monat stark geschont, viel geschlafen und habe dann am Montag vor dem Lauf den Run mit Rucksack von der Arbeit nach Hause und ein lockeres Hyrox-Training gemacht und gedacht: F***. Ich hatte Muskelkater während 3 Tagen.

Nebst der eigentlichen sportlichen Vorbereitung sollte man sich noch informieren, was anziehen, was essen usw. Das habe ich zum Glück am Freitagabend vor dem Lauf gemacht und erfahren, es gäbe sogar Gels am Run, nur soll man die nur zu sich nehmen, wenn man Erfahrungen damit hat, soooo nope.

Race Day

Am Samstag, 10.10.2026, um 13:29 sollte es so weit sein. Start für meinen Block.

Morgens war ich ultranervös, obwohl ich per se kein Ziel hatte - dazu später mehr. Ich habe nochmals versucht herauszufinden, was man bei 12° und Regen anziehen soll... TANK TOP!!!! BEI 12°!!!! Ich hab mir dann ein Backup eingepackt, das als wärmere Alternative dienen sollte, zumindest dachte ich das... habs zu Hause vergessen :)

Nachdem ich die Kleidung "geklärt" hatte, gab es Espresso und Haferflocken um 08:00. Danach nervöses Hin-und-her-Laufen zu Hause. Um 10:00 dann noch eine Portion Pasta für die Kohlenhydrate.

Ich wollte mir dann noch eine Flasche Wasser mit Elektrolyten und Maltodextrin einpacken, habe ich aber auch vergessen... ihr seht hier ein wiederkehrendes Muster.

Während der ganzen Zeit habe ich mich noch über Pace-Strategien informiert, mir irgendwelche random Pläne mit AI generieren lassen und mir das dann auf die Uhr gespielt...

Immerhin habe ich es pünktlich an den Start geschafft und konnte endlich um 13:29 starten.

Meine Erwartungen / Ziele

Offiziell war das Ziel, einfach nur ins Ziel zu kommen, mehr oder weniger gesund. Aber irgendwie schwebte mir stets eine Zeit unter 2h vor. Ich habe mir im Sport viel schon den Spass genommen, weil ich mir irgendwelche Ziele gesetzt und mich damit unter Druck gesetzt habe, was ich dieses Mal auf jeden Fall nicht wollte, dachte aber "wär scho geil".

Das Rennen

Bei leichtem Niesel fiel dann um 13:29 pünktlich der Startschuss für meinen Block. So bin ich also locker - und im TANK TOP - losgetrottet.
Ich hatte gelesen: langsam starten, in der Mitte erhöhen und am Schluss nochmals alles geben.

Emanuel unterwegs beim Hallwilerseelauf-Halbmarathon

Nach 3min war mir der langsame Start zu langsam und ich habe mich entschieden, nach Gefühl zu rennen. Schauen wir einfach, wohin es geht, war mein Motto. In den ersten paar Kilometern habe ich mich immer zwischen 4:30 und 5:30 bewegt und wurde einfach nicht müde dabei. Als dann die ersten leichten Steigungen kamen und wir auf "Naturboden" gerannt sind, habe ich mich entschieden, das Tempo zu erhöhen, womit dann auch plötzlich mein "Runner's High" eingesetzt hat. Auf den engen Wegen war es ziemlich umständlich, andere Rennende zu überholen, hat aber eigentlich Spass gemacht, da ich mir ein "Spiel" daraus gemacht habe. Zudem hat es mich angespornt, Personen vor mir zu überholen. Ab Kilometer 13 oder 14 dachte ich dann: Wow, ich bin immer noch nicht erschöpft! Nach ein paar Gummibärli von meinen Kids - danke euch <3 - habe ich das Tempo nochmal erhöht und mehr oder weniger bis zum Schluss so durchgezogen. Auf den letzten 3 Kilometern ist mir die Sicherung durchgebrannt und ich habe mich so aufs Ziel gefreut, dass ich nochmals alles rausgeholt habe.

Emanuel auf der Strecke des Hallwilerseelauf-Halbmarathons

Und somit sind wir wieder beim Sprint. Der letzte Abschnitt ist eingezäunt und rundherum stehen Menschen, die deinen Namen rufen und dich anfeuern, danke euch allen, das war super motivierend! Ich bin mit einem letzten grossen Energieboost durchs Ziel.

Rangliste

1h 44min war meine Zeit... WTF! Strava hat mir nach meinen Runs eine Zeit von 2h15min prophezeit; suck it, Strava! :P

Die Folgen

Am Abend kamen dann aber sogleich Knie- und Fussschmerzen. Ich denke, die Knieschmerzen kamen von den vielen Sprints und auch Sprüngen, die ich gemacht habe, um andere Runner in den engen Passagen zu überholen. Das war jedes Mal eine kurze, hohe Belastung auf dem so oder so konstant belasteten Knie.

Die Fussschmerzen kommen von den Schuhen, die mir einfach schlicht zu schmal sind.
Ich renne normalerweise mit Vivobarefoot-Trailschuhen, also null Kissen, Zero-Drop und grosse Toe-Box. Für den Hallwilerseelauf habe ich mir aber Altra Escalante zugelegt. Die haben wenig Kissen, Zero-Drop und "grosse" Toe-Box, waren über die Zeit aber nicht optimal für meinen Fuss.

Daher, 2 Tage Fuss- und Knieschmerzen, könnte also schlimmer sein. Muskelkater hat sich bisher nicht blicken lassen.

Learnings

Rennen mit Rucksack ist ein Cheat-Code, ohne Scheiss.

Künftig mich früh genug informieren, damit ich evtl. weniger nervös bin. Schuhe auf einem langen Lauf testen und vor allem einlaufen.
Die Hälfte nicht mehr zu Hause vergessen und vlt. mal so ein Gel ausprobieren :)

Aber das Wichtigste war die Erkenntnis, dass dieser Lauf Spass gemacht hat und ich unendlich stolz auf meine Leistung bin.